Dr. med.
Vincenzo Bluni

Facharzt für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe
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Schwangerschaft


Schwangerschaft & Sport

Schon seit langer Zeit beschäftigt nicht nur die Fachwelt die Frage, wie sehr der Organismus der werdenden Mutter über die Schwangerschaft hinaus körperlich belastbar ist und welche Auswirkungen das insbesondere für das ungeborene Kind hat.

Schwangerschaft als ein Zustand mit zeitlich begrenzter, aber tiefgreifender Veränderung des weiblichen Organismus wird nicht selten als ein Argument angeführt, auf jegliche sportliche Betätigung zu verzichten.

Jedoch gilt Sport unter Berücksichtigung gewisser Einschränkungen für werdende Mütter als durchaus empfehlenswert.

Schwangerschaftsbedingte Veränderungen der Körpers, die für die sportliche Betätigung von Belang sind:


1. Veränderungen des Halteapparates und der Gelenke
Die sich ständig vergrößernde Gebärmutter bedeutet enorme Veränderungen in der Statik und Dynamik des Skeletts. Physiologischerweise verursacht der sich nach vorne verlagernde Bauch eine Hohlkreuzbildung im Bereich der Lendenwirbelsäule mit einer Verlagerung des Schwerpunktes nach hinten über das Becken. Hormone, die im verstärkten Ausmass ausgeschüttet werden, bewirken eine steigende Entspannung des Bandapparates. Die Gelenke des Beckens weiten sich und zeigen eine erhöhte Beweglichkeit bedingt durch eine Erweichung des Knorpels und eine Zunahme der Gelenkflüssigkeit. Durch Wassereinlagerung kommt es am Ende der Schwangerschaft jedoch zu einer eingeschränkten Beweglichkeit in den Gelenken.

2. Veränderungen im Herz-Kreislaufsystem
Bis zum Ende des zweiten Schwangerschaftsdrittels steigen das Herzminutenvolumen und das Blutvolumen auf Maximalwerte an. Das Herz zeigt eine stärkere Erregbarkeit, was in seltenen Fällen zu Extraschlägen führen kann. Schwangere mit dieser Neigung sollten während der körperlichen Belastung überwacht werden. Die Sauerstoffaufnahme pro Minute nimmt in der späten Schwangerschaft stetig zu.

Wichtig hierbei zu erwähnen ist, dass die Gebärmutter in liegender Position, gerade in der späteren Schwangerschaft, auf die untere Hohlvene drückt, was den Blutrückfluss zum mütterlichen Herzen reduziert und zu einem Blutdruckabfall führen kann ("Vena-Cava-Kompressionssyndrom"). Ebenso kann es bei einer schnellen Aufwärtsbewegung aus der liegenden in die stehende Position zu derartigen Blutdruckabfällen kommen, die dann von schockartigen Symptomen begleitet sein können.

3. Veränderungen des Stoffwechsels
Der mütterliche Grundumsatz erhöht sich in der Schwangerschaft. Der Verbrauch an Glucose ist erhöht und es tritt eine erhöhte Wärmeentwicklung auf. Durch die sich vergrößernden Muskelzellen der Gebärmutter wächst die Gebärmutter schnell ran, dabei steigt deren Bereitschaft, sich zu kontrahieren. Es kann schon zu Anfang der Schwangerschaft zu entsprechenden, schmerzlosen Kontraktionen kommen.


Vorteile von Sport und Gymmnastik für die werdende Mutter
  • Erhöhung des Wohlbefindens
  • Zunahme der Fitness
  • Stressbekämpfung
  • Stärkung von Bauch-und Rückenmuskulatur
  • Geburtserleichterung
  • schnellere Erholung nach der Geburt
  • Köperbeherrschung

Welche Sportart für welche Schwangere ist zu empfehlen?

Die Beantwortung dieser Frage orientiert sich neben medizinischen und allgemeingültigen Kriterien am subjektiven Wohlbefinden der Schwangeren. Grundsätzlich sollte die Schwangere nicht an ihre persönliche Leistungsgrenze gehen ("suboptimale Leistungsgrenze" Prof. Dr. Jung, Sportmediziner)und sollte immer wieder kurze Pausen einlegen.

Dieses dient dazu, die Sauerstoffbilanz nicht zu ungunsten des Kindes zu verschlechtern, die Körperkerntemperatur nicht übermäßig zu erhöhen und nicht in eine Unterzuckerung des mütterlichen Organismus zu gelangen.

Vor der Aufnahme sportlicher Übungen sollte das Gespräch mit dem behandelnden Arzt gesucht werden. Denn viele persönliche Daten wie Alter der Mutter, Trainingszustand, Zeitpunkt in der Schwangerschaft und Lebensgewohnheiten, stellen ein sehr individuelles Geschehen dar, dass auch bei unproblematischem Schwangerschaftsverlauf nicht ohne weiteres von einer Frau auf die andere übertragen werden kann.

Wer vorher gar keinen Sport betrieben hat, sollte nun nicht mit Leistungssport beginnen sondern sich dann besser auf Gymnastik, Atemübungen und Entspannungsübungen beschränken. Die sportlich Aktiven können ihre Sportart unter Beachtung der unten genannten Einschränkungen zunächst weiter fortführen.

Vor und nach der sportlichen Belastung sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden, um eine Austrocknung zu verhindern.

Einschränkungen für die sportliche Betätigung in der Schwangerschaft
  • frühere Schwangerschaftskomplikationen
  • frühere Fehlgeburten
  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Extremes Über-oder Untergewicht

In diesen Fällen sollte vorher in in jedem Fall der behandelnde Arzt/Ärztin konsultiert werden

Wann ist eine zusätzliche Belastung nicht erlaubt?
  • vorzeitiger Blasensprung
  • vorherige Frühgeburten
  • Zwillingsschwangerschaft (nur nach Rücksprache)
  • Blutungen aus der Gebärmutter
  • Frühzeitige Wehentätigkeit
  • Krampfneigung


Sport-Empfehlungen

Empfehlenswert Nur bedingt geeignet Nicht empfehlenswert
Schwimmen
Radfahren
Wandern, Spaziergänge
Leichtes Laufen
Atemgymnastik
Leichtes Muskeltraining
Entspannungsübungen
Skilanglauf
Tanzen
Golfen
Aerobic
Starkes Laufen (anaerobe Sprints)
Rudern
Sauna (nur kurzfristig, nicht in den ersten Wochen
Segeln
Sport in großer Höhe (2000m und höher nicht zu empfehlen)
Bodenturnen
Tischtennis
Schnorcheln
Sport mit harten Stößen oder schnellen Beschleunigungen
Squash (Ungeübte)
Tennis (Ungeübte)
Tauchen (verboten)
Reiten (Ungeübte)
Hand- und Fussball
Kampfsportarten
Fallschirmspringen/ Drachenfliegen
Surfen
Alpinski (Ungeübte)
Bodybuildung
Marathonlauf
Abenteuersportarten
Trampolinspringen


Aus der Tabelle wird ersichtlich, dass insbesondere körpergewichtsentlastende Sportarten wie das Schwimmen und das Radfahren eher zu empfehlen sind als Sportarten, bei denen das Körpergewicht selbst getragen werden muss (Laufen, Aerobics).Bei letzteren ist der Energieverbrauch und die Gelenkbelastung höher. Darüber hinaus sind aerobe (positiv für die Sauerstoffbilanz der Mutter) Sportarten, bei denen große Muskelgruppen beansprucht werden, und die rhythmischer Natur sind, vorzuziehen.

Das Schwimmen stellt nach dem Spazierengehen und dem Radfahren die am meisten zu empfehlende Sportart während der Schwangerschaft dar, da sie alle großen Muskelgruppen beansprucht, die Gelenke und Bänder schont, ein günstiges thermisches Medium bereitstellt und ein geringes Verletzungsrisiko birgt.



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