Dr. med.
Vincenzo Bluni

Facharzt für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe
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Schutzimpfung gegen Humane Papillomviren (HPV-Impfung) ist Kassenleistung

Die Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) für Mädchen und junge Frauen im Alter von 12 bis 17 Jahren, die noch keinen Sexualkontakt hatten, gehört seit April 2008 zu den empfohlenen Impfungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut. Seitdem übernehmen alle gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für diese Impfung für die genannte Altersgruppe.

BEDEUTUNG HUMANER PAPILLOMVIREN (HPV)

Humane Papillomviren sind kugelförmige, unbehüllte Viren. Die Infektion mit den humanen Papillomviren gilt als häufigste sexuell übertragbare Erkrankung weltweit. Im Laufe ihres Lebens infizieren sich etwa 80% aller Frauen einmal mit HPV. Die Übertragung erfolgt überwiegend über direkten Haut- oder Schleimhautkontakt, in der Mehrzahl aller Fälle sexuell (vaginal, anal, oral). Die Anwendung eines Kondoms kann das Infektionsrisiko in bedeutendem Maße reduzieren. Obwohl Männer die Hauptüberträger sind und selbst erkranken können, ist über Epidemiologie und Pathogenese männlicher HPV-Infektionen wenig bekannt.

Von den über 100 bekannten humanen Papillomviren (HPV) infizieren mehr als 35 den Genitaltrakt. Von diesen werden mehr als ein Dutzend als "krebsgefährlich" eingestuft.

Die meisten dieser symptomlosen Infektionen (60-90%) verschwinden im Verlaufe von 18 Monaten spontan. Dabei ermöglicht das Immunsystem, die Erreger erfolgreich aus dem Körper zu verdrängen.

Begünstigt durch Faktoren wie, Rauchen zusätzliche Infektionen und genetische Zufallsprozesse kann die Besiedelung mit diesen Viren jedoch gelegentlich anhalten. Experten gehen davon aus, dass nur 2 bis 3 % aller HPV Infektionen zum Gebärmutterhalskrebs führen werden. Und das erst nach vielen Jahren.

"So einfach es klingt, dass Sexualkontakte Infektionen und Krebs auslösen, die molekularbiologischen Abläufe sind wesentlich komplizierter. Papillomviren sind eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für die Entstehung von Zervixkarzinomen (Gebärmutterhalskrebs). Es müssten noch mehrere weitere Faktoren hinzukommen, bis eine Krebserkrankung entsteht." (Prof. Harald zur Hausen, Tumorforscher und Nobelpreisträger in einem Interview in der ZEIT vom 26.10.2006).

Es sind Inzwischen 13 Hochrisiko-Typen ("high risk") der humanen Papillomviren bekannt, die eine Krebsentstehung begünstigen können. Etwa 70% der Erkrankungen werden dabei auf die Typen 16 und 18 zurückgeführt. HPV-Typen mit einem niedrigen Risiko ("low risk") sind meist mit harmlosen Veränderungen verbunden.

Gebärmutterhalskrebs ist eine sehr seltene Folge einer sehr häufigen Infektion!

Es handelt es sich bei der HPV-Impfung nicht um eine eigentliche Impfung gegen Krebs, sondern um eine Impfung, die zu einer Antikörperbildung gegen bestimmte Humane Papillomviren(HPV) führt!

Die jährliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung wird durch diese Impfung nicht entbehrlich. Über eine Impfung hinaus können Sie Ihr persönliches Risiko durch die regelmäßige Teilnahme an den jährlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen und den Verzicht auf das Rauchen reduzieren. Auch die Benutzung von Kondomen kann das Risiko einer HPV-Infektion erheblich reduzieren.

Welche Impfstoffe gibt es?

  1. Der Impfstoff Gardasil® von Sanofi Pasteur & MSD/Merck & Co. wurde im Herbst 2006 in Deutschland für junge Frauen zwischen 16 und 26 Jahren sowie Kinder und Jugendliche beiderlei Geschlechts von 9 bis 15 Jahren zugelassen. Es handelt sich um einen tetravalenten (vierwertiger) Impfstoff gegen die HPV-Typen 6 und 11 (Feigwarzen) sowie 16 und 18 des Humanen Papillomvirus.
  2. Beim Impfstoff Cervarix® von GlaxoSmithKline handelt es sich um einen bivalenten (zweiwertigen) Impfstoff gegen die HPV-Typen 16 und 18.

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter anderem auf den Internetseiten des "Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen"

Lassen Sie sich vor einer möglichen Impfung durch Ihre Frauenärztin/Frauenarzt beraten. Hierbei können Sie besprechen, ob diese Impfung für Sie geeignet ist, aber auch, welche möglichen Nebenwirkungen eintreten können.



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