Dr. med.
Vincenzo Bluni

Facharzt für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe
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Individuelle Gesundheitsleistungen - IGEL - Schwangerschaft


Gestationsdiabetes- (Schwangerschaftsdiabetes) Suchtest

Als Gestationsdiabetes wird jede, während der Schwangerschaft erkannte Störung des Kohlenhydratstoffwechsels bezeichnet. Er tritt in unterschiedlicher Ausprägung (1-5% aller Schwangerschaften) auf, ist also etwa 15- bis 25-mal häufiger als der bereits vor der Schwangerschaft bestehende Diabetes mellitus und bringt hohe mütterliche wie auch kindliche Risiken mit sich. Besonders unglücklich ist, dass die Glukosetoleranzstörung häufig nicht diagnostiziert wird, weil ein Glukosetoleranztest in Deutschland nicht Bestandteil der Mutterschaftsvorsorge ist.

Als mütterliche Komplikationen treten am häufigsten Harnwegsinfekte, Infektionen im Bereich der Scheide und Blutdruckprobleme auf. Die größte Gefahr eines unerkannten oder schlecht eingestellten Gestationsdiabetes liegt jedoch in den sehr häufigen schwerwiegenden Komplikationen beim Kind. Deshalb kommt der Frühdiagnose und der entsprechenden Therapie eine ganz besonders große Bedeutung zu.

Werden nur Schwangere mit Risikohinweisen einem Diabetessuchtest unterzogen, entgehen 30-40% der Gestationsdiabetikerinnen einer Diagnose!

Außerdem ist bekannt, dass 75% der Frauen mit einem insulinbedürftigem Gestationsdiabetes im späteren Leben einen Typ-II-Diabetes entwickeln. Die Schwangerschaft als außergewöhnliche Stoffwechselsituation bzw. Belastung ermöglicht somit gleichzeitig ein frühzeitiges Erkennen von Frauen mit einem Diabetesrisiko im späteren Leben.

Bei besonders gefährdeten Schwangeren soll der Suchtest bereits in den ersten drei Monaten erfolgen und bei negativem Befund in der 24. bis 28. SSW sowie in der 32. bis 34. SSW wiederholt werden.

Kriterien für ein frühes Screening sind: Alter über 30 Jahre, erhebliches Übergewicht, diabetisch belastete Verwandte 1. Grades, geburtshilflich belastete Anamnese.

Als Suchtest wird eine einmalige Bestimmung der Blutglukose 60 min nach oraler Verabreichung von 50g Glukose, gelöst in 200 ml Wasser, empfohlen. Tageszeit oder vorausgegangene Mahlzeit spielen keine Rolle. Die Blutentnahme erfolgt nach 60 Minuten.

Erreicht der BZ-Spiegel den Wert von 7,7 mmol/l (140 mg/dl), besteht der Verdacht auf eine diabetische Stoffwechsellage. Tageszeit oder vorausgegangen Mahlzeiten spielen dabei keine Rolle.

Bei positivem Ergebnis des Suchtestes erfolgt eine weitergehende Diagnostik durch einen oralen Glukosebelastungstest (oGTT).

Der oGTT bei unveränderter Ernährung der Schwangeren durchgeführt. Dieses am sinnvollsten in einer diabetologischen Schwerpunkteinrichtung oder bei einem niedergelassenen Diabetologen.

Hierzu muss die Schwangere vor der Testung 9-12 Stunden nüchtern sein. Zu Beginn bekommt sie erstmalig Blut abgenommen (Nüchternblutzucker), dann erhält sie 300 ml einer Zuckerlösung mit 75 Gramm Glukose zu trinken.

Nach einer und nach zwei Stunden wird erneut Blut zur Bestimmung des Blutzuckers abgenommen.

Nach den neuesten offiziellen Vorgaben, die auch von den deutschen Fachgesellschaften übernommen werden, liegt nach einer Belastung mit 75 Gramm Glucose ein Gestationsdiabetes (GDM) vor, wenn mindestens einer der folgenden drei Grenzwerte erreicht oder überschritten wird (Werte aus dem kapillärem Vollblut)

nüchtern: größer/gleich 92 mg/dl (5,11 mmol/l)
nach 1 Std.: größer/gleich 180 mg/dl (9,99 mmol/l)
nach 2 Std.: größer/gleich 153 mg/dl (ca. 8,5 mmol/l)

Die Therapie des Gestationsdiabetes erfolgt nach dem Blutzuckertagesprofil mit Zielwerten von unter 90 mg/dl nüchtern und unter 120 mg/dl zwei Stunden nach dem Essen.

Wenn Lebensstiländerungen nicht ausreichen, dann muss mit Insulin behandelt werden. In jedem Fall ist es ratsam, dass die betroffene Schwangere in einer diabetologischen Schwerpunktambulanz zur weiteren Abklärung und Therapieempfehlung vorgestellt und betreut wird.

Nach einem positiven Screening wird möglichst bald bei unveränderter Ernährung die orale Glukosebelastung durchgeführt. Morgens nüchtern, nach der ersten Blutglukoseentnahme werden 75 g Glukose gelöst in 300 ml Wasser in 10 min getrunken. Weitere Blutentnahmen erfolgen nach 60 und 120 Minuten.

Der Gestationsdiabetes bildet sich nach der Schwangerschaft meistens (aber nicht immer) wieder zurück. Bei normalen Glukosewerten nach der Entbindung sollte der Glukosetoleranztest erst 6 Wochen nach dem Entbindungstermin bzw. nach der Stillperiode erfolgen. Auch nach vollständiger Normalisierung der Glukosetoleranz besteht ein hohes Risiko für eine spätere Erkrankung an Diabestes mellitus.

Deswegen sind jährliche Blutzuckerkontrollen zu empfehlen. Vorbeugend wichtig ist die Vermeidung bzw. die Behandlung von Übergewicht.





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