Dr. med.
Vincenzo Bluni

Facharzt für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe
--[Praxisleistungen]--
[schwangerschaft]
[kinderwunsch]
[verhütung]
[verhütung neue methoden]
[wechseljahre]
[früherkennung]
[igel-leistungen]
[interaktives]
[linkliste]
[news]
[newsarchive]
[impressum]
[datenschutz]

Profil | Kontakt | Sitemap

Krebsfrüherkennungs-Richtlinien (Auszüge)


vom Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen über die Früherkennung von Krebserkrankungen

in der Fassung vom 26. April 1976 zuletzt geändert am 21. Juni 2002 veröffentlicht im Bundesanzeiger Nr. 186 (S. 23077) vom 5. Oktober 2002 in Kraft getreten am 1. Oktober 2002

Die vom Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen gemäß § 25 Abs. 4 Satz 2 in Verbindung mit § 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 und Abs. 4 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V) beschlossenen Richtlinien bestimmen das Nähere über die den gesetzlichen Erfordernissen des § 25 Abs. 2 und 3 SGB V entsprechenden ärztlichen Maßnahmen zur Früherkennung von Krebserkrankungen.

A. Allgemeines
  • Die nach diesen Richtlinien durchzuführenden ärztlichen Maßnahmen dienen
    • bei Frauen der Früherkennung von Krebserkrankungen des Genitales vom Beginn des 20. Lebensjahres an sowie zusätzlich der Brust und der Haut vom Beginn des 30. Lebensjahres an sowie zusätzlich des Rektums und des übrigen Dickdarms vom Beginn des 50. Lebensjahres an,
    • bei Männern der Früherkennung von Krebserkrankungen des Dickdarms, der Prostata, des äußeren Genitales und der Haut vom Beginn des 50. Lebensjahres an.
  • Sie sollen mögliche Gefahren für die Gesundheit der Anspruchsberechtigten dadurch abwenden, dass aufgefundene Verdachtsfälle eingehend diagnostiziert und erforderlichenfalls rechtzeitig behandelt werden können.
  • Es werden diejenigen Untersuchungen durchgeführt, die in den Abschnitten B. oder C. festgelegt sind und den Anlagen I bzw. Il zugrunde liegen.
  • Untersuchungen nach diesen Richtlinien sollen diejenigen Ärzte durchführen, welche die vorgesehenen Leistungen auf Grund ihrer Kenntnisse und Erfahrungen erbringen können, nach der ärztlichen Berufsordnung dazu berechtigt sind und über die erforderlichen Einrichtungen verfügen.
  • Die bei diesen Maßnahmen mitwirkenden Ärzte haben darauf hinzuwirken, daß für sie tätig werdende Vertreter diese Richtlinien kennen und beachten.
B. Früherkennungsmaßnahmen bei Frauen

Die Maßnahmen zur Früherkennung von Krebserkrankungen des Genitales, der Brust, der Haut, des Rektums und des übrigen Dickdarms bei Frauen umfassen folgende Leistungen:

1. Klinische Untersuchungen

  • vom Beginn des 20. Lebensjahres an:
    • gezielte Anamnese
    • Spiegeleinstellung der Portio
    • Entnahme von Untersuchungsmaterial von der Portio-Oberfläche und aus dem Zervikalkanal
    • Fixierung des Untersuchungsmaterials für die zytologische Untersuchung
    • Bimanuelle gynäkologische Untersuchung
  • zusätzlich vom Beginn des 30. Lebensjahres an:
    • Abtasten der Brustdrüsen und der regionären Lymphknoten einschließlich der Anleitung zur regelmäßigen Selbstuntersuchung
  • zusätzlich vom Beginn des 50. Lebensjahres an:
    • Digitale Untersuchung des Rektums

2. Zytologische Untersuchung

Die zytologische Untersuchung umfaßt die Auswertung des zur zytologischen Untersuchung entnommenen Materials. Sofern der untersuchende Arzt die zytologische Untersuchung nicht selbst ausführt, sendet er das Material an einen Zytologen, der den einsendenen Arzt unterrichtet.

3. Früherkennungsuntersuchungen auf kolorektales Karzinom

a) Anspruchsumfang
Frauen haben vom Beginn des 50. Lebensjahres an Anspruch auf vertragsärztliche Maßnahmen zur Früherkennung von kolorektalen Karzinomen nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen:

  • Frauen haben von dem 50. Lebensjahr an bis zur Vollendung des 55. Lebensjahres Anspruch auf die jährliche Durchführung eines Schnelltests auf occultes Blut im Stuhl.
  • Ab dem 56. Lebensjahr haben Frauen Anspruch auf insgesamt zwei Koloskopien zur Früherkennung des kolorektalen Karzinoms:
    • auf die erste Koloskopie ab dem 56. Lebensjahr und
    • auf die zweite Koloskopie frühestens zehn Jahre nach Durchführung der ersten Koloskopie.

Für eine optimierte Früherkennung ist die Durchführung der ersten Koloskopie innerhalb des 56. Lebensjahres anzustreben. Jede nach dem 65. Lebensjahr durchgeführte Koloskopie zählt als zweite Koloskopie. Frauen ab dem 56. Lebensjahr, bei denen keine Koloskopie oder keine zweite Koloskopie nach Ablauf von zehn Jahren nach der ersten Koloskopie durchgeführt worden ist, haben Anspruch auf die zweijährliche Durchführung eines Schnelltests auf occultes Blut im Stuhl. Bei einem positiven Befund des Schnelltests besteht ein Anspruch zur Abklärung durch eine Koloskopie.

b) Beratung
Die Beratungen können von jedem an Krebsfrüherkennungsprogrammen teilnehmenden Arzt durchgeführt werden. Der Arzt hat die Versicherte möglichst frühzeitig nach Vollendung des 50. Lebensjahres einmalig über das Gesamtprogramm eingehend zu informieren. Er hat die Patientin dabei über Ziel und Zweck des Programms zur Früherkennung des kolorektalen Karzinoms zu beraten.

Möglichst bald nach Vollendung des 55. Lebensjahres soll die Versicherte eine weitere Beratung (zweite Beratung) erhalten, die insbesondere folgende Inhalte umfaßt:

  • Häufigkeit und Krankheitsbild
  • Ziele und zugrunde liegende Konzeption der Früherkennungsuntersuchungen
  • Effektivität (Sensitivität, Spezifität) und Wirksamkeit der jeweiligen Früherkennungsuntersuchungen
  • Nachteile (Belastungen, Risiken) der jeweiligen Früherkennungsuntersuchungen
  • Vorgehensweise bei einem positiven Befund.

..

d) Die Koloskopie
Koloskopische Leistungen zur Früherkennung des kolorektalen Karzinoms dürfen nur von Ärzten erbracht werden, welche zum Führen der Gebietsbezeichnung "Facharzt für Innere Medizin" berechtigt sind und über die Fachkunde Sigmoido-Koloskopie in der Inneren Medizin" verfügen oder zum Führen der Schwerpunktbezeichnung "Gastroenterologie" berechtigt sind sowie von Ärzten, die zum Führen der Gebietsbezeichnung "Facharzt für Chirurgie" und nach dem für sie maßgeblichen Weiterbildungsrecht zur Durchführung von Koloskopien und koloskopischen Polypektomien berechtigt sind.

Der koloskopierende Arzt muß außerdem berufsrechtlich und aufgrund seiner apparativen Ausstattung in der Lage sein, eine ambulante therapeutische Intervention (Polypektomie) durchzuführen. Die Polypektomie soll in medizinisch indizierten Fällen während der screening-koloskopischen Untersuchung erfolgen. Er muß eine geeignete Notfallausstattung vorhalten.


4. Früherkennung von Brustkrebs durch Mammographie-Screening

Frauen haben ab dem Alter von 50 Jahren bis zum Ende des 70. Lebensjahres haben alle 24 Monate Anspruch auf Leistungen im Rahmen des Früherkennungsprogramms.

5. Folgerung aus den Ergebnissen und Beratungen der Untersuchten

Ergeben diese Untersuchungen das Vorliegen oder den Verdacht auf das Vorliegen einer Krankheit, so soll der Arzt dafür Sorge tragen, daß diese Fälle im Rahmen der Krankenbehandlung einer weitergehenden, gezielten Diagnostik und ggf. Therapie zugeführt werden.


Weiterempfehlen:
  • Print
  • Facebook
  • TwitThis
  • Digg
  • del.icio.us
  • MisterWong
  • StumbleUpon
  • Y!GG


© 2017 - Dr. med Vincenzo Bluni