Dr. med.
Vincenzo Bluni

Facharzt für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe
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Die Krebsfrüherkennung bei der Frau


Viele Frauen müssen häufig ihren Mut aufbringen, bevor sie in eine Frauenarzt-Praxis gehen. Auch wenn bekannt ist, dass gute Vorsorge eine kleine Lebensversicherung ist, sind vor allem ältere Frauen bei der Vorsorgeuntersuchung deutlich unterrepräsentiert. Die Vorsorge sollte einmal im Jahr stattfinden. Beim ersten Besuch in der Frauenarzt-Praxis sollte die Frau wissen, dass es im Rahmen dieser Konsultation nur erst mal bei einem Gespräch bleiben kann, um so zunächst abzuklären, um was es geht. Hier kann der Frau dann die Entscheidung überlassen werden, ob sie sich noch am gleichen Tag untersuchen lassen will, oder vielleicht erst später.

Die Krebsvorsorgeuntersuchung dient der Früherkennung von bösartigen Erkrankungen der Frau. Nach Vorgaben des § 25 Sozialgesetzbuch V und der Krebsfrüherkennungsrichtlinien hat jede Frau mit Beginn des 20. Lebensjahres Anspruch auf diese jährliche Untersuchung, die von der Krankenkasse zu erstatten ist.

Auch wenn nicht alle Krebsarten in einem Frühstadium zu erkennen sind, so ist bei der Jahreskontrolle durch den Frauenarzt/Frauenärztin eine sinnvolle Früherkennung beim Gebärmutterhalskrebs und dem Brustkrebs erwiesenermaßen möglich.

Inhalte der jährlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchung für die Frau ab dem 20. Lebensjahr unter Berücksichtigung der Änderungen der Krebsfrüherkennungsrichtlinien zum 1.10.2002.
  • vom Beginn des 20. Lebensjahres an
    • Messung des Blutdrucks; Spiegeleinstellung des Muttermundes/ der Scheide
    • Abstrichentnahme von Muttermund und Gebärmutterhalskanal mit nachfolgender mikroskopischer Untersuchung der entnommenen Zellen ("Cytologie")
    • Tastuntersuchung der Gebärmutter und/oder der Eierstöcke

  • Zusätzlich ab dem 30. Lebensjahr
    • Tastuntersuchung der Brüste und der Achselhöhlen

  • Zusätzlich ab dem 50. Lebensjahr
    • Tastuntersuchung des Enddarmes

  • Zusätzlich ab dem Alter von 50 Jahren bis zum Ende des 70. Lebensjahres
    • alle 24 Monate Anspruch auf Leistungen im Rahmen des bundesweit bevölkerungsbezogenen, qualitätsgesicherten Mammographie-Screenings (Früherkennung einer Brustkrebserkrankung).

  • Früherkennungsmaßnahmen auf kolorektales Karzinom (Darmkrebs) vom 50. - 55. Lebensjahr
    • jährliche Durchführung eines Schnelltests auf verstecktes Blut im Stuhl (Hämoccult)
    • nach Vollendung des 55. Lebensjahres einmalige Beratung und Motivation zur Früherkennung des kolorektalen Karzinoms (Darmkrebs)

  • ab dem 56. Lebensjahr
    • Anspruch auf insgesamt zwei Darmspiegelungen (Koloskopie)
    • auf die 1. Koloskopie ab dem 56. Lebensjahr und
    • auf die 2. Koloskopie frühestens 10 Jahre nach Durchführung der ersten Koloskopie

      Wahlmöglichkeit
      Sofern keine erste/und oder zweite Koloskopie durchgeführt wird besteht Anspruch auf Durchführung eines Schnelltestes auf occultes Blut im Stuhl in zweijährlichem Untersuchungsintervall.

Häufigkeiten der verschiedenen Krebsarten bei der Frau

Jedes Jahr wird bei etwa 175.000 Frauen die Diagnose Krebs gestellt. Die Brust ist das Organ, das am häufigsten befallen ist, gefolgt von der Gebärmutter, den Eierstöcken und dem Gebärmutterhals.
  • 26% Brustdrüse
    Zirka 46.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Etwa 17.000 Betroffene sind jünger als 60 Jahre. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 63,5 Jahren.


  • 6% Gebärmutter
    In jedem Jahr in etwa 5.800 Neuerkrankungen. Die Häufigkeit steigt auch hier mit dem Lebensalter kontinuierlich an und erreicht zwischen dem 70. + 80. Lebensjahr ihren Höhepunkt.


  • 5% Eierstock
    Im Jahr ca. 8.200 Neuerkrankungen. Die Sterblichkeitsrate liegt hier in etwa doppelt so hoch wie beim Gebärmutter- oder Gebärmutterhalskrebs. Die Häufigkeit dieses Krebses steigt mit dem Alter. Beim Alter von über 65 Jahren liegt der Gipfel. 10% der Betroffenen sind jünger als 45 Jahre.


  • 3% Gebärmutterhals
    Pro Jahr in etwa 5.800 Neuerkrankungen. Der Gebärmutterhalskrebs ist der Krebs der jungen Frau. Immerhin wird bei jeder 4. Frau mit einer Krebserkrankung im Alter zwischen 25 und 35 Jahren ein Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert. Bei Frauen über 65 Jahren beträgt der Anteil wenigeiger als 5%.





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